"Wir verhungern im Überfluss!"

Vitaminmangel: die neue Zivilisationskrankheit

Der Kalziumgehalt in einer Kartoffel sank bis Ende der 90er Jahre um rund 70 Prozent. Der Vitamin C-Gehalt im Spinat verringerte sich um die Hälfte. Und der Wert von Vitamin B 6 in einer Banane schrumpfte sogar um 92 Prozent. Diese Untersuchungsergebnisse des europäischen Zentrums für Immunforschung an der Schwarzwaldprivatklinik Obertal sind bekannt, aber viele konventionell therapierende Schulmediziner empfehen aufgrund der Kassenpolitik eher Medikamente als Obst und Gemüse.

"Unsere Nahrung verarmt"

Anders dagegen der Essener Arzt Klaus-Peter Schlebusch. Der Vorsitzende des Zentrums zur Dokumentation für Naturheilverfahren warnt seit Jahren vor "der neuen Zivilisationskrankheit". Schlebusch: "Unsere Nahrung ist in den letzten Jahrzehnten so verarmt, dass selbst Menschen mit einer normalen, ausgewogenen Ernährung große Mangelerscheinungen an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien aufweisen." Unterstützung findet der Essener Arzt mittlerweile weltweit. Thomas Kroiss, Präsident der Ganzheitsmediziner Österreichs: "Wer behauptet, dass ein paar Äpfel mehr pro Tag ausreichen, um den Vitaminbedarf zu decken, irrt sich gewaltig." Und der Leiter des Rostocker Therapiezentrums für Umweltmedizin, Bodo Kuklinski, prognostiziert: "Wir verhungern im Überfluss."

Stress frisst Vitamine auf

Vor allem chronisch Kranke und ältere Menschen, aber auch Personen mit einer nur etwas schwächeren Konstitution sind stark gefährdet. Klaus-Peter Schlebusch: "Es ist einfach ein Fakt, dass der gewöhnliche Alltagsstress lebenswichtige Vitalstoffe auffrisst." Oft genüge eine normale Ernährung nicht mehr, um Vitamine, Spurenelemente und essentielle Aminosäuren in ausreichender Menge wieder aufzunehmen."

Sechs Monate wie gelähmt: Nur ein Arzt stellte Vitaminmangel fest

Diese bittere Erfahrung musste auch der Wattenscheider Ralph Cremer machen. Der 31-jährige Geschäftsmann hatte plötzlich so starke Schmerzen, dass er kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Sechs Monate fuhr Cremer von Arzt zu Arzt. Der eine prognostizierte Probleme am Fersensporn. Ein anderer verschrieb eine Lasertherapie. Durch Zufall erfuhr der Wattenscheider von Dr. Schlebusch. Der Spezialist für Naturheilverfahren stellte Cremer vier Stunden auf den Kopf, diagnostizierte dann Vitaminmangel. Cremer: "Ich konnte es kaum glauben. Ich esse immer viel Obst und Gemüse." Zwei Wochen schluckte der 31-jährige speziell auf ihn abgestimmte Vitaminpräparate und er konnte wieder laufen.

(Quelle:http://www.wdr.de/online/gesundheit/vitaminmangel/index.phtml)

Studie: Vitaminmangel in Deutschland weit verbreitet

Große Teile der deutschen Bevölkerung leiden unter Vitaminmangel - so das Ergebnis einer Studie, die beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen in Auftrag gegeben wurde.

Trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen über den hohen Stellenwert von Vitaminen und Mineralstoffen für die Gesundheit ist die Zufuhr lebenswichtiger Vitamine bei vielen Menschen noch immer nicht ausreichend, so Sven-David Müller, Sprecher des Instituts. Vor allem die Vitamine D und Folsäure werden über die Nahrung unzureichend aufgenommen. Doch auch die Versorgung mit dem Schutzvitamin E ist bei weiten Teilen der Bevölkerung eher mangelhaft. Nur bei den Vitaminen A, C, Niacin und Cobalamin liegt die Zufuhr häufiger im Bereich der offiziellen Empfehlungen. Bei einem Vitaminmangel ist eine Ernährungsumstellung oder auch die Einnahme von Vitaminen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zwingend notwendig, so Müller.

Hauptursache für Vitaminmangel: ungesunde Ernährung, aber auch Krankheiten und Medikamente, die eine Aufnahme der Vitamine behindern oder den Bedarf erhöhen. Dazu gehören entzündliche Darmerkrankungen oder auch die "Pille". Vitaminmangel äußert sich in unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen und verminderter Leistungsfähigkeit, was eine Diagnose erschwert. Vitamin D-, E- und Folsäuremangel zeigen sich laut Müller in Muskelschwäche, Osteoporose, Nerven- und Zellschäden, Schlaflosigkeit oder auch Blutbildungsstörungen.

(Quelle: WANC .06.02)

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